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Projektwoche: Leben im Nahen Osten

Montag: Einführung, Kennenlernen und Synagogenbesuch

Heute war unser erster Projektwochentag des Projekts: „Das Leben im Nahen Osten“, wir haben R. und A. kennengelernt. Ein Palästinenser und ein Israeli. Sie sind befreundet. Als erstes haben wir ein Kennenler – Bingo gespielt. Anschließend haben wir einen Stuhlkreis gemacht und beide haben uns viel von deren Leben erzählt. Sie kamen zwischen 2009 und 2010 nach Deutschland. Sie haben uns die Länder im Nahen Osten auf einer Landkarte gezeigt und vieles erklärt, damit wir uns alles besser vorstellen konnten. Später sind wir in die Synagoge nach Stuttgart gefahren. Dort hat uns ein Mann eine Führung gegeben. Es wurde viel über die Tora erzählt und über Traditionen wie z.B. die Bat Mizwa (Mädchen) und Bar Mizwa (Jungen). Außerdem mussten die Jungs eine Mütze in der Synagoge tragen, da Haare als unrein gelten, bzw. die Mütze als Ausdruck der Ehrfurcht vor Jahwe/Gott dient. Wir fanden den Tag sehr lehrreich und interessant. Wir freuen uns schon auf die nächsten Tage.

Dienstag: Fake News, Spiele und die Geschichte im Nahen Osten bis zum Osmanischen Reich

Zu Beginn haben wir ein Spiel gespielt. Hier hatte jeder die gleiche Schnur in der Hand. Mit der Schnur formten wir einen Kreis. Einer von uns stand in der Mitte. Er musste kurz die Augen schließen. An der Schnur befand sich ein Ring, welcher mit unseren Händen überdeckt werden konnte. Die Person in der Mitte musste nun den Ring finden. Hinter dem Rücken der Person konnte der Ring schnell weiter geschoben werden. Das Spiel diente zum Einstieg in die Thematik „Fake News“ . Durch ein anderes Spiel, mit zwei Gruppen und einer Decke zwischen uns, wurde uns gezeigt, dass man sich gegenseitig austricksen kann. Nicht nur das: man möchte auch immer noch mehr und noch intensiver austricksen. Das Spiel lies sich gut in Beziehung zum Konflikt im Nahen Osten setzen. Abgerundet haben wir die Spielrunde mit der Stillen Post. Es kommt fast nie das Richtige zum Empfänger, – erschreckend, was Fake News erzielen können! Insgesamt haben wir sehr schnell und spielerisch vieles verstehen können und sogar Tipps erhalten, wie man Fakten von Fakes unterscheiden kann. Außerdem haben wir von unseren beiden Besuchern die geschichtlichen Hintergründe des heutigen Konflikts im Nahen Osten bis zu dem Osmanischen Reich gezeigt bekommen. Auf den zweiten Teil am Donnerstag sind wir jetzt schon gespannt.

Mittwoch: Moscheebesuch

Am Mittwoch besuchten wir die Moschee in Kornwestheim. Das Gebäude war von außen und innen sehr beeindruckend und die Atmosphäre war ruhig und friedlich. Die 99 Namen Allahs waren kunstvoll, mit echtem Gold, an die Wände geschrieben. Außerdem standen auch die Namen der Propheten, wie Noah, Jesus, Salomon, Muhammed, Moses… in arabischer Kalligrafie an den Wänden. Vieles über den Islam, wie die Bedeutung des Gebets, die fünf Säulen des Islam und die Symbolik der Dekorationen in der Moschee, waren auch Inhalt der Führung. Die Moschee ist in zwei Etagen aufgeteilt: Das Erdgeschoss ist für Männer, das obere Stockwerk für Frauen, um Konzentration und Ruhe beim Gebet zu ermöglichen. Wir bemerkten geometrische Sterne an den Fenstern und Wänden. Der Moscheeführer erklärte uns, dass diese Formen religiöse und kulturelle Symbole in der islamischen Kunst darstellen und für Vollkommenheit und göttliche Schönheit stehen. Der Besuch war eine schöne und lehrreiche Erfahrung, bei der wir viel über den Islam und die islamische Architektur gelernt haben. Ebenso lernten wir, dass die Moschee einen regen Austausch mit anderen Glaubenshäusern in der Umgebung lebt.

Donnerstag: Spiele, die Geschichte des Nahen Osten bis heute und Konfliktlösung

Nach dem morgendlichen Ritual, der offenen Fragerunde, haben wir heute den zweiten Teil der geschichtlichen Hintergründe des Konflikts besprochen. Dieser beinhaltete alles ab dem Osmanischen Reich bis heute. Dann spielten wir ein Spiel, was den Konflikt im Nahen Osten sehr gut zeigte: Wir machten vier Gruppen. Jeder von uns bekam ein Puzzle. Die Gruppe welche das Puzzle zuerst vollendete, sollte gewinnen. Das Schwierige: Ein paar der Puzzleteile bekamen die anderen Gruppen. Nun mussten wir loslegen, schnell sein, verhandeln und in Kontakt mit den anderen Gruppen treten, um unsere Teile zu bekommen. Der Ausgang des Spiels: Zwei Gruppen fingen an sich zu bekriegen, klauten Teile, versteckten diese u.a. unter einem Mülleimer und nahmen, sogar nachdem eine Verhandlung und ein „Abkommen“ getroffen wurde, heimlich wieder ein Puzzleteil weg. Die dritte Gruppe hatte selbst mit ihrem Puzzle und ihren Problemen zu kämpfen und die vierte Gruppe schaffte es still und heimlich ihr Puzzle in Ruhe zu beenden. Nach diesem Spiel konnten wir die Dynamik eines Konflikts noch besser nachvollziehen! Wir besprachen auch, dass wir uns aus diesem Geschehen rausziehen können, wenn wir nur wollen und so eine andere Art der Konfliktlösung machen. Die Eselsbrücke „pre“ (vor) hilft uns dabei:
P=Pause: Pausieren und erst einmal zur Ruhe kommen
R=Reflexion: was genau geht hier vor sich? Ist das alles richtig, was ich sehe und höre? Woher stammen die Informationen? Möchte mich jemand damit ärgern oder mit meinen Emotionen spielen?
E=Engagement: Für Klarheit, Frieden und gegenseitigem Respekt

Unsere beiden Besucher beantworteten uns Verständnisfragen und berichteten uns aus ihrem Leben vor Ort. Es gab einige Momente der Stille – es ging uns allen sehr nahe, was wir erfahren durften. Danke für eure Offenheit. Nach einer kleinen Pause haben wir nochmals vieles zum Konflikt und die mögliche Lösung des Konflikts besprochen. Schade, dass der Konflikt schon so lange geht und bis jetzt keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden konnte.

Freitag: Gemeinsames Kochen

Zum Abschluss der Woche haben wir gemeinsam gebrunched. Es gab Israelische/fernöstliche Köstlichkeiten wie Hummus, Schakschuka, Fladenbrot und Fattusch. Das alles haben wir zusammen in der Küche zubereitet, gegessen und natürlich gespült. Nach unserem Brunch haben wir ein Interview mit unseren beiden Experten geführt. In dem Interview wurden Fragen wie „Was wünschst du dir für Palästina/Israel in der Zukunft?“, „Wie habt ihr es geschafft befreundet zu sein?“, „Gab es schon einmal Ausgrenzungen, weil ihr befreundet seid?“ und viele mehr gestellt und haben ausführliche und interessante Antworten bekommen. Zum Abschluss haben wir über unsere gemeinsame Woche reflektiert. Wir haben diese Woche viel Neues über den Konflikt im Nahen Osten gelernt sowie über Fake News und eine friedliche Konfliktlösung. Wir sind sehr dankbar die Chance gehabt zu haben mit unseren 2 Experten drüber reden zu dürfen.

Unser Fazit aus der Projektwoche:

Von der Woche nehme ich mit …

  • Niemanden zu verurteilen aufgrund der Nationalität.
  • Die geschichtlichen Hintergründe über den Konflikt.
  • Unsere zwei Besucher und Ihre Biografie – Ihre Freundschaft.
  • Man muss über die Dinge nicht streiten – friedliche Lösungen anstreben ist besser.
  • Dass Konflikte manchmal länger und schwerwiegend sein können.
  • Dass man sich in einem Krieg/Konflikt nicht für eine Seite entscheiden sollte – man gewinnt stets einen Feind dazu!
  • Die Spiele haben mir geholfen, den Sachverhalt besser zu verstehen.
  • Nicht alles zu glauben, was gepostet/veröffentlicht wird – Fake News!
  • Die Exkursionen in die Synagoge und in die Moschee – sehr informativ und lehrreich!
  • Grundwissen über die drei monotheistischen Weltreligionen.
  • Ich habe überdacht, dass die Menschen sich ungeachtet der Nationalität und des Glaubens eines Menschen gegenseitig helfen sollten, friedlich zusammenleben sollten. Andere wertschätzen und sich nicht zu streiten, zu bekämpfen und zu töten und selbst wenn ein Konflikt entsteht, ihn so schnell wie möglich friedlich zu lösen!
  • Ich nehme mit dass man Leute nicht so schnell verurteilen sollte und auch von beiden Seiten (im Krieg) hören soll und sich nicht so beeinflussen lassen sollte z.B. durch Fake News.
    Außerdem sollte man wirklich versuchen subtil beide Seiten anzuhören ohne Vorurteile und ohne dass man sich auf eine Seite stellt weil man z.B die selbe Religion hat oder aus der selben Region kommt.
  • Dass man sich beim Essen sehr gut kennenlernen kann.
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